Am 22. Feb. Ist es soweit für die nächste Tour. Ich habe Spätschicht bis 22 Uhr und mein Radel steht schon fertig gepackt auf Arbeit.

Schon lange wollte ich mir mal den Shelter bei Husby ansehen den ich über die Website „Wildes Schleswig-Holstein“ gefunden habe. Nun war es soweit, die Route zusammengestellt und so gelegt das ich – wenn ich die Nacht durch fahre nach der Spätschicht – pünktlich zum Sonnenaufgang an der Ostsee bin.

Das war einfach Traumhaft:

Der Anblick entschädigt für die letzten Stunden bei den mir doch recht kühl war. Müde von der Spätschicht quälte ich mich bei minus 4 Grad durch die Nacht. Doch mit dem Anbruch des neuen Tages kam auch wieder die Motivation und die Tour machte Spaß! Froh das mich die ersten Sonnenstrahlen etwas wärmten beschloss ich mir etwas Pause und einen heißen Kaffee zu gönnen. Die ganze Nacht habe ich kaum etwas getrunken und in der letzte Stunde vor Sonnenaufgang ist auch das letzte bisschen Wasser in meinen Flaschen eingefroren.

Auf einem kleinen Feld neben einem Hochsitz mache ich es mir gemütlich. Ich packe den Gaskocher aus, bröckel mir etwas Eis in meine Tasse und genieße ein paar Minuten später meinen heißen Kaffee. Durchgefroren von der Nacht ist so ein instant Kaffee am Morgen der reinste Genuss!

Gegenüber auf einem Feldweg rauscht ein Geländewagen entlang – mir gegenüber auf dem Feld hält er kurz inne und fährt dann weiter – da denke ich mir noch, na das war bestimmt der Jäger. Er hat mich gesehen und erst mal geschaut was ich hier mache. Als wenige Augenblicke später hinter dem kleinen Gras-Wall, über den ich geklettert bin, ein Auto hält, war mir klar – ich hatte recht. Der örtliche Jägersmann begrüßte mich und fragte was ich hier mache. Ich führte ihm vor wie ich gerade mein Eis in den Flaschen in Kaffee verwandel und dazu ein paar Rosinenbrötchen verrückte.

Er war sehr nett, wir plauschten kurz. Mein Angebot einen Kaffee mit zu trinken schlug er aber aus – er müsse weiter.

Stimmt weiter muss ich ja auch schließlich hatte ich auch noch ein paar km vor mir. Ausserdem musste ich feststellen das es schon einen ganz schönen Unterschied macht ob man mit dem Crosser gemütlich langhin eiert oder mit einem beladen MTB fährt. Trotz allem war ich beizeiten zum Mittag am Shelter. In aller Ruhe schaute ich mich um und machte mich im Shelter breit. Danach gab es Nudeln mit Bolognese und wieder Tat es unheimlich gut etwas warmes im Magen zu haben.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen habe ich mich schon mal in meinen Schlafsack verzogen und von dort aus die Gegend beobachtet und etwas gelesen. Nebenbei immer ein Auge auf Spotwalla wo ich Harald auf seiner mini Transcimbrica beobachte. Evtl kann ich Morgen auf dem Rückweg ja ein paar km mit ihm gemeinsam Richtung Hamburg fahren.

Gegen 18 Uhr holt mich bereits der Schlaf der letzten Nacht ein und ich schlafe durch bis morgens um 6 Uhr. Trotz der geringen Temperaturen schlafe ich gemütlich und mollig warm.

Dann wird es aber auch langsam Zeit in die Gänge zu kommen. Also Kaffee – Route laden und erst mal los.

Nach ein paar km fällt es mir wie Schuppen von den Augen das ja mein Messer noch auf der Innenseite des Shelter steckt. Wer dort also ein Opinel no7 findet kann es gerne behalten 😁.

Nach weiteren Kilometern merke ich es immer mehr das mir die Strecke von gestern noch ganz schön in den Beinen steckt. Irgendwie bin ich dieses Jahr noch nicht ganz so in Form – ach stimmt wir haben ja erst Februar. Bis zur Bikepacking trans Germany muss ich hier auf jeden Fall noch einiges tun. Schließlich ich habe ich mal wieder viel zu wenig Zeit um die Strecke gemütlich an zu gehen.

In Eckernförde decke ich mich etwas essbaren ein und hole mir ein Bierchen für den Nachtisch. Ein Blick auf Spotwalla verrät mir, Harald ist auch gleich in Eckernförde also suche ich mir etwas außerhalb einen gemütlichen Platz und genieße mein Essen und das Bier. Harald lässt es sich allerdings nicht nehmen in Eckernförde auch eine, wahrscheinlich, Kuchenpause zu machen. Nachdem ich keine Lust mehr habe länger zu warten beschließe ich also weiter alleine zu fahren.

Am frühen Abend bin ich dann auch wieder zurück und genieße gleich erst einmal eine heiße Dusche. Die Tour war alles in allem recht anstrengend. Die kalte Nacht hin und mit den schweren Beinen zurück. Alles in allem fühlte ich mich nicht wirklich bereit für große Touren. Trotz allem habe ich die Zeit genossen und wäre gerne einfach noch 1 – 2 Tage länger draußen geblieben – aber die Arbeit ruft.