Mein Jahr 2019 fängt eigentlich schon im Dezember 2018 mit der Festive500 an. Nach 2 Monaten Radelpause habe ich mich dazu entschlossen im Jahre 2019 bei der Bikepacking trans Germany mit zu fahren.

Dafur muss ich aber auf jeden Fall noch etwas fiter Werder als ich im Moment bin. Mit einem leichten hang zum Bierbauch mache ich mich an die Festive500 und kann sie mehr oder weniger mit Mühe und Not rechtzeitig abschließen.

Mit langen stecken kenne ich mich ja nun auch schon ein wenig aus doch was ich noch überhaupt nicht einschätzen kann ist das Fahren an längeren Steigungen. Wie auch bei der Topographie hier in der Gegend?

Also nutze ich den Urlaub im heimischen Sachsen-Anhalt und starten eine Tour auf den Brocken. Von Quedlinburg bis zur Spitze und zurück.

Der Plan steht und die Wettervorhersage sagen starker Wind, Orkanböen und eineinhalb Meter Schnee. Komisch – hier unten ist alles ruhig und trocken. Also aller Warnungen zum Trotze geht es bergauf.

Es erwarten mich 100km und etwa 1450hm. Für den ein oder anderen mag das nicht viel sein aber für mich als Flachland Radler war ein Anstieg von gut 1200hm auf 50km schon eine ganz schöne Ansage.

Die ersten Meter mit den Steigung waren noch ungewohnt aber ich kam ganz gut in den Tritt und die wunderschöne Landschaft ließ alle Sorgen vergessen.

Immer mehr Wandere traf ich die mir Respekt zollten das ich jetzt, zu dieser Zeit, mit dem Fahrrad da hoch für. Und eben so viel versicherten mir das ich dahinten nicht weiter komme mit dem Radel.

Doch auf der Suche nach meinen eigenen Grenzen schraubte ich mich im kleinsten Gang mit minimalstem Luftdruck die teilweise spiegelglatten Trails hinauf.

Man muss immer schön rund treten. Sowie man etwas zu langsam tritt bleibt man stehen und wenn man etwas zu stark tritt dreht das Hinterrad durch. So gleite ich langsam nach oben, vorbei an hartgesottenen Wanderen und Familien die mir mit dem Schlitten entgegen kommen und ich frage mich die ganze Zeit wann ich mich wohl das erste mal langlege.

Endlich oben angekommen suchte ich verzweifelt nach dem Brocken Stein. Schließlich brauche ich doch ein Beweis Foto!

Leider wußte ich nicht wo er liegt – die Sichtweite betrug etwa 2m und es war nur erschwert möglich sich oben auf dem Plateau überhaupt zu bewegen… Stimmt ja, es wurde von Orkanböen gesprochen. Wie sich raus stellte vertragen diese sich überhaupt nicht mit der Eisfläche auf der man dort oben lief – bzw. rutschte. Also ging es direkt wieder Bergab. Mit wenig Sicht, bergab über eis und Schnee – traumhaft. Gefühlt war ich bergab noch langsamer als Bergauf.

Trotz dessen das ich alles an habe was ich dabei hatte macht mir die Kälte bei der Abfahrt ganz schön zu schaffen. Meine Finger werden schnell taub weil meine leichten Winterhandschuhe für solche Abfahrten eindeutig nicht gemacht sind. Ich nutze 2 Schutzhütte bei der Abfahrt um kurz zu pausieren und die Hände auf zu wärmen.

Wieder unten angekommen wird mir schnell wieder warm und ich kann gemütlich zurück zum Auto schlendern. Stolz auf mich resümiere ich bereits auf den letzten Metern über die Tour und stelle für mich fest das es egal ist ob man gerade fährt oder Berge hoch. Man ist halt Berg hoch etwas langsamer aber das ist man im Flachen bei Gegenwind auch…

Die Angst vor langen Steigungen ist also besiegt und es war sicherlich nicht das letzte Mal dieses Jahr das ich auf dem Brocken war – das nächste Mal hoffentlich mit etwas besserem Wetter.