Wie so oft, steht das Rad fertig bepackt auf der Arbeit und ich zähle die Stunden bis zum Feierabend.

Diesmal geht es ohne nennenswertes Gepäck ganz gemütlich Richtung Heimat. Ich habe den ganzen Tag Zeit und werde es gemütlich angehen lassen und das schöne Wetter genießen. Dank meinem Arbeitskollegen kann ich die Nachtschicht schon um 4 Uhr beenden und dann geht es auch gleich los ins lange Wochenende. Ganz gemütlich geht es erst mal Richtung Lüneburg, dann weiter nach Uelzen. Die Sonne kommt raus und es verspricht ein sonniger Tag zu werden.

Nach etwa 90 Kilometer der erste Wegweiser. Bitterfeld ist leider noch nicht ausgeschildert, also fahren wir erst mal grob Richtung Athen – das passt schon. Und die Temperaturen kommen langsam aber sicher auch in den 2 stelligen Bereich.

11:30 Uhr. Es wird Zeit für die Mittagspause. Ein Radler und eine Butterbrezel sollten reichen für die nächsten paar Kilometer. Zudem trenne ich mich von der langen Hosen und der Jacke – es wird Sommer 😁

Gemütlich gleite ich dahin und genieße den Tag. Kilometer um Kilometer. Heute geht mir alles so leicht von der Hand. Man könnte denken ich mach nur ne kleine Nachmittagsrunde. Die Wege sind klasse – ich fahre kleine Nebenstraßen und gut ausgebaute Radwege. Das einzige was nun noch etwas nervt ist mein Cockpit :

Durch den knapp bemessenen Platz in den Taschen baumelt ein Teil meiner Sachen mal wieder einfach auf dem Lenker rum. Schön ist anders!

Egal weiter geht’s und siehe da es ist schon 14Uhr! Und da ist eine Bank im grünen. Das schreit doch geradezu nach einer gemütlichen Kaffee ehh… Bierpause.

Langsam im Herzen Sachsen-Anhalt’s angekommen werde die Wege gelegentlich immer mal etwas sandig. Aber läßt sich alles super fahren.

Und dann : Flashback!

Vor knapp 2 Jahren stand ich doch hier schon mal an dieser Unterführung :

Damals wie heute strahlender Sonnenschein und heiße Temperaturen nur das damals das Wasser gut einen Meter höher stand. Und ich mit meinem Bruder am rätseln war ob wir durchfahren können oder nicht. Er versuchte es als erster – ich schrie ihm noch hinter her „Du! Hier schwimmen Fische“ aber da war er schon bis zur Wade im Wasser und strampelte durch die Fluten.

Noch in Erinnerung schwelgend überquere ich kurz vor Magdeburg den Mittellandkanal und fahre weiter Stadteinwärts.

Mit großen Städten hab ich es ja eigentlich nicht so. Aber die heute Route durch das Randgebiet der Stadt war eigentlich ganz okay und es gab ein paar schöne Straßen mit herrlich blühenden Bäumen. Das hatte schon einen leicht asiatischen touché.

erstmal aus der Stadt raus vergingen die letzten 100km wie im Flug. Plötzlich war ich schon so gut wie da. Der Tag war mega entspannt, alles ging leicht und ich habe das Gefühl das die 300 bald zur Routine werden.

Ein letzter Blick zurück in den Sonnenuntergang und dann rolle ich im heimischen Garten ein.

2 Tage… Dann geht es wieder zurück