Auf geht’s wieder nach Hause. Morgen geht es in die nächste Arbeitswoche und das spiegelt sich auch in der Motivation wieder. 6 Uhr 50 geht es los – viel zu früh in anbetracht des letzten Abend.

Die ersten 20km laufen zäh und die nächsten 30km werden nicht viel besser. Bereits bei km 50 erster Stop. Ich hab keine Lust… Aber warum eigentlich? Das Wetter ist herrlich, die Sonne strahlt und die Luft erwärmt sich langsam auf mollig Wärme Temperaturen.

Ich versuche die Gedanken zu verdrängen, das ich ja nur fahre um zu Arbeit zu kommen. Und die Tour also normale Sonntagsrunde zu sehen. Auch wenn wir schon Montag haben 😁

Das klappt soweit auch ganz gut, die Wege und Straßen sind für einen Feiertag erschreckend leer. Und auf den ersten 100km vertreiben ich mir die Zeit mit etwas Musik und der permanenten nascherei.

Wieder denke ich daran – ich muss dringend mal wieder eine Diät machen. Denn wenn ich eines gut kann bei solchen Touren dann ist es essen. Man sollte meinen man verbrennt ja unmengen an Kalorien bei solchen Touren. Aber weit gefehlt wenn man sich die Zeit mit Gummitierchen, Schnittchen, Nüssen, Riegeln und Bananen vertreibt.

Die Sonne steht höher am Himmel – es wird richtig warm. Am Cockpit bricht wieder Chaos aus. Das nächste Mal doch wieder mit der Arschrakete. Die Rahmentasche bietet eindeutig zu wenig Platz für Klamotten und Werkzeuge und die Tasche am Lenker, wie soll es auch anders sein, ist voll mit Naschkram.

Diesmal ist die Strecke sehr abwechslungsreich. Asphalt, Schotter, Waldweg, Asphalt. Alles sehr gut zu fahren mit den 32mm schlappen.

Die Motivation ist übrigens auch wieder zurück gekehrt. Nachdem ich lustlos die erst 100km mit 22-23 km/h vor mich hingeeiert bin. Ging es dann kurz hinter Magdeburg los. Ich war quasi auf Betriebstemperatur. Die Beine legten etwas zu auf 27-28 km/h und alles ging wieder locker flockig voran. Die Welt zieht an mir vorbei genau so wie meine Gedanken. Sobald man einen Gedanken erfasst hat verschwindet er schon wieder und macht dem nächsten Platz.

Ein Blick auf die Uhr, 15:00 Uhr. Zeit für Kuchen! Und wenige Minuten später erblickte ich einen kleinen Imbiss am Wegesrand. Kuchen gibt es hier leider nicht. Dafür aber Bockwurst und ein Weißbier. Auch mal eine Abwechslung zu dem ganzen Süßkram den ich schon wieder futter.

Den nächsten kurzen Stop gibt es in Hitzacker an der Tankstelle. Wasser nachfüllen, noch ein kühles Radler „für auf die Hand“ und ein paar Nüsse und Trockenfrüchte reingeworfen. Schließlich kommt ja bald der “ Berg „. Und meine Energiebilanz ist heute sowieso hinüber also lieber essen als schleppen 😊

Kurz darauf bin ich auch schon oben am Kniepenberg. Leider etwas früh. Der Sonnenuntergang oben vom Turm mit Blick auf die Elbelandschaft ist herrlich. Naja, beim letzten mal zu spät, dieses mal zu früh. Das bekommen wir schon noch mal hin 😂. Nach einem kurzen Foto geht es direkt weiter.

Zügig geht es entlang der Elbe bis nach Hause. Die letzten 200km vergingen wie im fluge und ich bin fast schon etwas traurig das ich schon am Ziel bin.

Ab jetzt bin ich schon sehr mit meiner aktuellen Kondition zufrieden. Ganz im Gegensatz zum Anfang des Jahres. Die 300km machen mir nichts mehr aus und ich kann sie ohne Problem so „nebenbei“ abspulen. Auch wenn ich nicht der schnellste bin auf der Entfernung. Mit fast 27 im Schnitt war ich diesmal für meine Verhältnisse schon sehr zügig unterwegs.

Andere fahren das aber mit einem 30er Schnitt.

Sollte man sich vergleichen? Ich weiß es nicht. Vielleicht könnte ich das ja auch, denke ich mir manchmal.

Aber mal ehrlich! Das is doch anstrengend!

Und anstrengen will ich mich ja nun wirklich nicht. Lieber fahre ich in Ruhe, so wie es gerade kommt. Ohne Druck und mit viel Zeitreserven. Man hetzt im Leben schon genug also bitte nicht auch noch in der Freizeit.

Und vielleicht, irgendwann, werde auch ich mal schneller auf der Langstrecke. Doch vorher kommen andere Projekte. Zum Beispiel erst mal ein richtiger 600er oder vielleicht mal die 300 mit nem fixie? Hmm… Wer weiß.